06.10.2026

Healthcare-Zukunftsgipfel 2026: KI und IT-Security

Healthcare-Zukunftsgipfel 2026

Wie können Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen und ihre IT-Security stärken? Beim Healthcare-Zukunftsgipfel 2026 standen praxisnahe Impulse, konkrete Erfahrungen und der Austausch auf Augenhöhe im Mittelpunkt.

KI: Einfach anfangen und Erfahrungen sammeln

Die Praxisberichte von Dennis Schwoch vom DRK Gütersloh und Thorsten Rediger vom DRK Brilon zeigten, wie vielfältig die Wege zu einer zukunftsfähigen digitalen Organisation sein können. Während das DRK Gütersloh bereits konkrete KI-Anwendungen im Arbeitsalltag einsetzt, stand beim DRK Brilon die strategische Weiterentwicklung einer vernetzten IT-Landschaft im Mittelpunkt – als wichtige Grundlage für effiziente Prozesse und den künftigen Einsatz von KI.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen dabei nicht nur technische Möglichkeiten, sondern auch die Frage, wie KI sinnvoll in bestehende Strukturen integriert werden kann. Welche Anwendungsfälle bieten einen echten Mehrwert? Wie lassen sich Mitarbeitende entlasten? Und wie können die notwendigen Investitionen organisatorisch und finanziell abgebildet werden?

Ein wichtiges Fazit des Tages: Nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern mit einem überschaubaren Anwendungsfall starten. Erste Erfahrungen schaffen Sicherheit, machen den konkreten Nutzen sichtbar und führen häufig zu weiteren Ideen und Einsatzmöglichkeiten.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass erfolgreiche KI-Projekte mehr benötigen als eine gute Technologie. Es braucht klare Verantwortlichkeiten, passende Prozesse und einen strategischen Rahmen. Adrian Gerling von ho.Systeme zeigte, wie Unternehmen KI sicher und strukturiert einführen, Schatten-KI vermeiden und Anforderungen wie den EU AI Act berücksichtigen können.

So wurde aus unterschiedlichen Praxisperspektiven ein gemeinsames Bild: KI kann schon heute spürbar entlasten und Prozesse verbessern – wenn Organisationen die notwendigen Voraussetzungen schaffen und den ersten Schritt gehen.

Henry Werner präsentiert einen USB Stick aus einer Pizzabox

IT-Security: Nicht ob, sondern wann

Der zweite Schwerpunkt des Gipfels lag auf der Sicherheit digitaler Infrastrukturen. Auch hier ging es nicht nur um technische Details, sondern vor allem um die Frage, wie Organisationen Risiken realistisch einschätzen und ihre Handlungsfähigkeit sichern können.

Henry Werner von Enginsight zeigte auf eindrucksvolle und anschauliche Weise, wie leicht Angreifer über scheinbar harmlose Wege Zugang zu Organisationen erhalten können. Mit Live-Demonstrationen und greifbaren Beispielen machte er deutlich, warum IT-Sicherheit nicht allein Aufgabe der IT-Abteilung ist.

Björn Hagedorn von ho.Systeme, erläuterte anschließend, worauf es nach einem Angriff ankommt. Im Mittelpunkt standen Digital Forensic Incident Response, die frühzeitige Erkennung einer Kompromittierung sowie die Frage, wie sich Schäden begrenzen und Ausfallzeiten reduzieren lassen.

Den Abschluss des Security-Schwerpunkts bildete der Beitrag von Inna Claus vom Landeskriminalamt NRW, die kurzfristig per Video zugeschaltet wurde. Sie gab Einblicke in aktuelle Angriffsmethoden und zeigte, wie erschreckend kreativ und professionell Cyberkriminelle heute vorgehen.

Außerdem erläuterte sie, welche Gefahren häufig unterschätzt oder gar nicht erkannt werden und wie die Polizei betroffene Organisationen im Ernstfall forensisch unterstützt.

Das zentrale Security-Fazit: Die Frage ist nicht mehr, ob eine Organisation angegriffen wird, sondern wann. Entscheidend ist, wie schnell ein Angriff erkannt, eingedämmt und aufgearbeitet werden kann.

Austausch als wichtigster Mehrwert

Neben den Vorträgen und Interviews war vor allem der persönliche Austausch ein zentraler Bestandteil des Healthcare-Zukunftsgipfels. Viele Fragen bezogen sich auf konkrete Anwendungsfälle, praktische Umsetzungsmöglichkeiten und die Übertragbarkeit der vorgestellten Lösungen auf die eigene Organisation.

Gerade weil die teilnehmenden Organisationen vor ähnlichen Herausforderungen stehen, entstand ein sehr spezifischer und praxisnaher Dialog. Es ging nicht um allgemeine Digitalisierungsthemen, sondern um Fragen, die Geschäftsführungen und IT-Verantwortliche im Gesundheits- und Sozialwesen unmittelbar beschäftigen: Fachkräftemangel, knappe Ressourcen, steigende Anforderungen, KI-Einsatz und wachsende Cyberrisiken.

Der Vortrag von Enreach musste leider kurzfristig krankheitsbedingt entfallen. Die Präsentation stellen wir dennoch gerne zur Verfügung.

Wir bedanken uns bei allen Referentinnen und Referenten sowie bei unseren Gästen für die offenen Gespräche, die wertvollen Impulse und den intensiven Austausch.

Präsentationen

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